Chronik des Protestantismus in unserer Partnerstadt St. Quentin
1536
Ein Buchhändler aus Amiens wird wegen Einfuhr calvinistischer Schriften nach St. Quentin verurteilt. Trotzdem schließen sich allmählich rund 10 Prozent der Bevölkerung den neuen reformatorischen Ideen an.
1561
Der aus Genf kommende Pfarrer Philippe Véron predigt heimlich, da öffentliche Gottesdienste den Protestanten in der Stadt weiterhin verboten sind.
1579-1581
Aus den Niederlanden wandern calvinistische Geschäftsleute ein und begründen die bedeutende Textilindustrie.
1596
Im acht Kilometer entfernten Lehaucourt versammelt sich die rund 2000 Protestanten zählende Gemeinde aus der Stadt und der Umgebung zum Gottesdienst.
1598
In der Stadt wird heimlich Gottesdienst gehalten und ein Tauf- und Heirat-Register angelegt.
1603
Es werden 500 Hugenotten in 107 Familien gezählt.
1600-1780
Schwierige Zeiten der Verfolgung und Einschränkung für die Protestanten im katholischen Frankreich. Versammlungen sind nur noch geheim und in Privathäusern möglich, Beerdigungen können nur nachts erfolgen, die wirtschaftlichen Aktivitäten der reformierten Händler und Handwerker werden überwacht und eingeschränkt.
1685
Widerruf des Edikts von Nantes – forcierte Rekatholisierung auch in St. Quentin. Um ihres Glaubens willen fliehen 500 Protestanten in die Niederlande, nach England und Deutschland (Friedrichsdorf). Antoine Bénézet emigriert mit seiner Familie nach Amerika und engagiert sich dort für die Abschaffung der Sklaverei. Die verbliebenen Protestanten feiern ihre Gottesdienste heimlich auf freiem Feld und ohne Pfarrer.
1787
Toleranzedikt
1789
Französische Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gelten jetzt auch für die bisher unterdrückten Protestanten.
1802
Reorganisation des protestantischen Kirchenwesens unter Napoleon.
1805
In der Stadt gehören 78 Mitglieder zur reformierten Gemeinde, darunter einflussreiche Textilindustrielle und Handwerker.
1828
Erstmals ist die reformierte Gemeinde offiziell konstituiert, als Pfarrer wirkt Guillaume Monod aus Kopenhagen.
1829
Das erste Presbyterium konstituiert sich in Anwesenheit des Präfekten.
seit 1834
Die frühere Kapuziner-Kapelle dient den Reformierten als Gotteshaus. Das Anwesen wird während des Ersten Weltkrieges 1917 teilweise zerstört und bis 1923 wieder aufgebaut.
1860-1900
Unter Pfarrer Edouard Mounier Aufschwung der reformierten Gemeinde.
seit 1916
Besonderes diakonisches Engagement der Gemeinde durch die Übernahme des Altenheims Pommery.
1967
St. Quentin und Kaiserslautern schließen eine Städtepartnerschaft.
1970
Der Pfarrer der Gemeinde aus St. Quentin predigt erstmals in der Kaiserslauterer Stiftskirche. Daraus entwickelt sich eine Partnerschaft zwischen der reformierten Gemeinde in St. Quentin und unserer Stiftskirchengemeinde.
Text: Dr. Wolfgang Müller 2002
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